Martina Gedeck
Die Frau

Martina Gedeck ist eine der angesehensten Charakterdarstellerinnen Deutschlands.

Mit ihrer Hauptrolle als DDR-Schauspielerin Christa-Maria Sieland im deutschen Oscar®-Gewinner Das Leben der Anderen und als Ulrike Meinhof in Der Baader Meinhof Komplex (Nominierung Oscar® „Bester fremdsprachiger Film“ und Golden Globe) hat Martina Gedeck sich nicht nur auch international einen Namen gemacht, sondern Episoden der deutschen Geschichte für kommende Generationen mit interpretiert.

In den letzten Jahren trat Martina Gedeck in herausragenden Filmprojekten in Erscheinung: in István Szabós Die Tür an der Seite von Helen Mirren, in Robert De Niros Der gute Hirte (The Good Shepherd, 2006), in Oskar Roehlers Houellebecq-Romanverfilmung Elementarteilchen (2006), in Stefan Krohmers Beziehungsdrama Sommer 04 (2006) sowie in Markus Imbodens sensiblem TV-Drama „Auf ewig und einen Tag“, (2006) in Xaver Schwarzenbergers „Sisi“ (2009) und in Helma Sanders-Brahms Geliebte Clara (2008).

Martina Gedeck absolvierte ihre Schauspielausbildung am Max Reinhardt Seminar und begann ihre filmische Karriere mit der Hauptrolle in Dominik Grafs Fernsehfilm „Die Beute“ (1988) und seinem Kinofilm Tiger, Löwe, Panther (1989). Für ihre Darstellung der „Hölleisengretl“ (1995) von Jo Baier erhielt sie erstmals den Bayerischen Fernsehpreis, für die Titelrolle in Sandra Nettelbecks Bella Martha (2002) den Deutschen Filmpreis 2002, die Goldene Kamera 2003 sowie eine Nominierung zum Europäischen Filmpreis. Insgesamt hat sie in über 65 Filmen mitgewirkt.

Sie spielte auch an verschiedenen deutschen Bühnen, u.a. am Deutschen Theater in Berlin, am Theater am Turm in Frankfurt am Main und an den Kammerspielen in Hamburg. Auf der Bühne überzeugte sie unter anderem 2008 als „Harper Regan“ am Hamburger Schauspielhaus.

Zuletzt eröffnete sie als Polizeipsychologin in Carsten Ungers Thriller Bastard die Hofer Filmtage 2011. Im Herbst 2011 drehte sie in Köln Matthias Tiefenbachers Komödie Halbe Hundert. Ende Januar 2012 begannen die Dreharbeiten zur Neuverfilmung des Literaturklassikers Die Nonne von Dennis Diderot im Kloster Bronnbach im Taubertal. Martina Gedeck spielt die Mutter der Nonne an der Seite von Isabelle Huppert. Demnächst wird Martina Gedeck zusammen mit Jeremy Irons in Night Train to Lisbon zu sehen sein.


Filmographie (Auswahl)

2013 Night Train to Lisbon R: Bille August
2012 Halbe Hundert R: Matthias Tiefenbacher
  Die Wand R: Julian Roman Pölsler
  Die Tür R: István Szabó
2010 Bastard R: Carsten Unger
2009 Agnosia R: Eugenio Mira
  Tatort – Wie einst Lilly R: Achim von Borries
  Jud Süss - Sympathie für den Teufel R: Oskar Röhler
  Sisi R: Xaver Schwarzenberger
2008 Tris di Donne R: Vincenzo Terracciano
2007 Geliebte Clara R: Helma Sanders-Brahms
  Der Baader Meinhof Komplex R: Ulrich Edel
  Meine schöne Bescherung R: Vanessa Jopp
2006 Aus dem Nest gefallen R: Christoph Stark
2005 Un ami parfait R: Francis Girod
  Der gute Hirte R: Robert de Niro
  Sommer 04 R: Stephan Krohmer
  Elementarteilchen R: Oskar Röhler
2004 Das Leben der Anderen R: Florian Henckel v. Donnersmarck
2003 Der Stich des Skorpion R: Stefan Wagner
  Hunger auf Leben R: Markus Imboden
2002 Bella Martha R: Sandra Nettelbeck
  Ins Leben zurück R: Markus Imboden
2001 Verlorenes Land R: Jo Baier
2000 Oh Palmenbaum R: Xaver Schwarzenberger
  Romeo R: Hermine Huntgeburth
1999 Scheidung auf Amerikanisch R: Sherry Hormann
1998 Alles Bob R: Otto Alexander Jahrreiss
  Grüße aus der grünen Wüste R: Anno Saul
  Deine besten Jahre R: Dominik Graf
1997 Frau Rettich, die Czerni und ich R: Markus Imboden
1997/98 Der Laden R: Jo Baier
  Bella Block R: Markus Imboden
1996 Das Leben ist eine Baustelle R: Wolfgang Becker
  Rossini R: Helmut Dietl
  Der Neffe R: Gabriela Zerhau
1995 Stadtgespräch R: Rainer Kaufmann
  Der schönste Tag im Leben R: Jo Baier
1994 Die Hölleisengretl R: Jo Baier
1992 Krücke R: Jörg Grünler

           
Auszeichnungen (Auswahl)     

2011                 Emdener Schauspielpreis
2008                 Bayerischer Filmpreis Meine Schöne Bescherung
2007                 Academy Award Oscar Das Leben der Anderen (Bester ausländischer Film)
Silberner Bär, Ensemblepreis Der Gute Hirte
Nastro d’Argento


Das Krächzen der Krähen durchbricht die klirrende Kälte, während im Inneren einer spartanischen Berghütte eine Frau (Martina Gedeck) ihre letzten Blätter in engen Zeilen vollschreibt. Ihre Fingernägel sind schmutzig von der vielen Arbeit. In ihrem Gesichtsausdruck spiegelt sich ihr Schicksal. Die Frau schreibt nicht aus Freude am Schreiben. Sie muss ihre Geschichte erzählen, um nicht den Verstand zu verlieren.


An einem trüben Novembertag erinnert sich die Frau an vergangene schöne Maitage. Mit dem befreundeten Ehepaar Luise und Hugo und dessen Hund Luchs fährt sie durch die beeindruckende Gebirgslandschaft Österreichs zu deren Hütte für einen Wochenendausflug. Das Ehepaar bricht am Abend auf, um noch einmal kurz ins Dorf zu gehen, weil die frische Luft gut tut. Vor der Dämmerung wollen sie wieder zurück sein. Die Frau und der Hund bleiben auf der rustikal-romantischen Holzveranda sitzen. In ihrer städtischen Kleidung wirkt die Frau verunsichert. Es ist nicht ihre Welt.


Das Ehepaar ist am nächsten Morgen noch nicht zurück. Die Frau überlegt, was passiert sein könnte. Nie wären ihre Freunde so rücksichtslos gewesen, sie über Nacht in der Hütte alleine zu lassen. Kurzerhand macht sie sich mit ihren Stadtschuhen und Luchs auf den steinigen Weg ins Tal. Plötzlich jault der Hund auf und geht nicht weiter. Die Frau stößt gegen eine unsichtbare Wand. Verwundert tastet sie in der Luft die unerklärliche Grenze ab, die sie vom Rest der Welt trennt. Der blaue Himmel und die Natur um sie herum sehen aus wie immer. Die Vögel zwitschern, als wäre nichts geschehen. Sie hört ein lautes Pochen, bis sie realisiert, dass es aus ihrem Inneren kommt. Ihr Herz hatte sich schon gefürchtet, noch bevor sie es wusste. Was ist geschehen? Irgendjemand muss doch längst Alarm geschlagen haben. Dass kein einziger Mensch zu sehen ist, kommt ihr noch rätselhafter vor als die Wand.


Es erscheint ihr ganz unmöglich zu überleben. Gleichzeitig weiß sie, dass sie leben muss und es für sie keinen Ausweg gibt. Wenigstens ist sie mit Luchs nicht alleine. Als die Frau wieder aufbricht, um ihr von der Wand begrenztes Gebiet zu erkunden, ist sie besser ausgerüstet: Durch ein Fernglas beobachtet sie die wie versteinerten Menschen auf einer Nachbarhütte. Der Tod muss rasch gekommen sein. Vielleicht wäre es klüger gewesen, wäre sie mit ihren Freunden ins Dorf gegangen.


Mit der Zeit findet sich die Frau in ihrer neuen Umgebung zurecht. Eine Kuh läuft ihr zu, die sie Bella nennt. Sie pflanzt Kartoffeln an, geht auf die Jagd, übersteht den Winter. Im Sommer zieht sie auf eine nahe gelegene Almhütte und erlebt, von der Weite des faszinierenden Bergpanoramas inspiriert, einen zaghaften Einklang mit sich selbst. Ihr fällt auf, dass sie fast nie mehr daran denkt, es würde sie endlich jemand finden.


Doch eines Tages ist es soweit. Sie wird gefunden, nur anders, als sie denkt. Diese Begegnung verändert ihr Leben ein weiteres Mal und sie söhnt sich auf ihre Art mit den Fragen aus, die sie nie loslassen werden.

Die Frau Martina Gedeck
Luchs Luchs
 
Luise Ulrike Beimpold
Hugo Karl Heinz Hackl
Keuschlerin Julia Gschnitzer
Keuschler Hans-Michael Rehberg
Der Mann Wolfgang Maria Bauer
Drehbuch Und Regie   Julian Roman Pölsler
Produzenten   Bruno Wagner
Rainer Kölmel
Antonin Svoboda
Martin Gschlacht
Wasiliki Bleser
Redaktion   Cornelia Ackers (BR)
Jochen Kölsch (BR/ARTE)
Andreas Schreitmüller (ARTE)
Heinrich Mis (ORF)
Klaus Hipfl (ORF)
Herstellungsleitung Starhaus   Jimmy C. Gerum
Kamera   J.R.P. Altmann A.V.C.
Christian Berger A.A.C.
Markus Fraunholz BVK
Martin Gschlacht A.A.C.
Bernhard Keller
Helmut Pirnat A.A.C.
Hans Selikovsky A.A.C.
Thomas Tröger
Richi Wagner A.A.C.
Szenenbild   Renate Schmaderer
Enid Löser
Petra Heim
Hajo Schwarz
Kostüm   Ingrid Leibezeder
Maske   Katharina Erfmann
Schnitt   Bettina Mazakarini
Natalie Schwager
Thomas Kohler
Ton   Uve Haussig
Gregor Kienel
Markus Kathriner
Mischung   Christian ”Choco” Bischoff
Sound Design   Johannes Konecny
Marcel Spisak
Achim Hofmann
Philipp Mosser
Nils Kirchhoff
Kaufmännische Leitung   Peter Dress
Regieassistenz   Irene ”Ibi” Iversen
Marie Breitfuss
Script / Continuity   Natalie Schwager
Katharina Riedler
Dramaturgische Beratung   Syd Field
David & Janet Peoples
Martin Sherman
Susan Schulte
Developed with the
Media Training Program Équinoxe Germany e.V.
Produktionskoordination - Sommer   Katharina Riedler
Produktionskoordination - Frühjahr   Melanie Markovic
Aufnahmeleitung   Jessica Jarosch
Aufnahmeleitung Set   Petra Maier
Claudia Eder
Produktionsassistenz   Josef ”Joe” Pressl
Martina Haidvogl
Manu Gamsjäger
Alfred Weiner
Julian Nikolai Pölsler
Produktionssekretariat Coop99   Nina Korecky
Produktionssekretariat Starhaus   Eva-Maria Kendzia
Nina Spilger
Filmgeschäftsführung Coop99   Eva Trenka
Filmgeschäftsführung Starhaus   Karin Schnieber
Location Scouting   Jessica Jarosch
Hubert Rinnhofer
Aussenrequisite   Peter Hofmann
Peter Suchy
Innenrequisite   Andreas Gombotz
Laura Biemann
Rainer Auinger
Wolfgang Küchler
Requisitenfahrer   Thomas Kurz
Baubühne   Grizzly Filmbau Gmbh
Christian Robert – Foris
Max Hoch
Joe Barthmann
Alois Geier
Armin Neunhaus
Zusatzmaske   Adolf Uhrmacher
Maske Bart   Jeanette Latzelsberger
Garderobe   Sonja Bohnstengel
Bettina ”Bonnie” Korfmann
Anne Kölbel
Kameraassistenz   Wolfram Wuinovic
Andreas Pölzl
Nino Volpe
Peter Pulker
Simon Selikovsky
Nikolai Selikovsky
Gerald Helf
Stefan Kaindl
Digital Imaging Technician Dit   Gerhard Riesenhuber
Steadicam Operator   Thomas Maier A.A.C.
SFX   Tissi Brandhofer
Standfotograph   Szilvia Szakolczai
Alfons Kowatsch
Friedrich Mizerovsky
Oberbeleuchter   Jakob Ballinger
Arthur Höfinger
Martin Winna
Best Boy   Manuel Nevosad
Christian Angermayer
Beleuchter   Stefan Schlögl
Thomas Frömel
Thomas Lehner
Daniel Götsch
Bernhard Rhybar
Dolly / Grip   Sebastian Dengler
Reto Loitzl
Emmanuel Aubry
Stephan Ludescher
Emil Kacar
Dollyassistent   Rupert Dummer
Kran Operator   Bernhard Wimmer
Komparsen   Firma Austrocast
Tiertrainer Hund Luchs   Hot Dogs Animal Company
Tiertrainer Fuchs Und Reh   Herbert Pecher
Tiertrainer Katzen   Cats And More
Tiertrainer Raben   Fauna Film Prag
Ota Bares
Catering   Claudia Strimitzer
Familie Koller, Gosau
Familie Nutz, Kirchenwirt Gosau



Schnittassistenz   Andreas Hennicke
Kristie Fultz
Markus Edelmann
Support Schneideraum   Silvio Canazei
Hans Peter Anzinger
Arri Postproduktion
Di Producer   Andreas Mummert
Lead Colorist   Manfred Turek
Di Supervisor   Martin Sippel
Di Engineer   Simon Duschl
Kathi Comerlati
Maike Jahn
Visual Effects
Head Of Visual Effects   Dominik Trimborn
VFX Supervisor   Abraham Schneider
VFX Producer   Nina Knott
Senior Compositing Artist   David Laubsch
Philipp Danner
Compositing Artist   Benjamin Kaczorek
Head Of 3D   Michael Koch
3D Artists   Florian Werzinski
Titel Design & Animation   Lutz Lemke
Sound
Tonschnitt   Alexander Würtz
Tonassistenz   Matthieu Belohradsky
Project Coordinator Sound   Michael Huber
Postproduction Producer Sound   Florian Von Frenckell
Technical Post Supervisor Sound   Daniel Vogl
Head Of Sound   Bernd Clauss
Tschangis Chahrokh
Lab
Head Of Analog Postproduction   Martin Schwertführer
Line Producer   Christian Littmann
Project Coordinator Lab   Beate Trathnigg
Colorist Lab   Franz Rabl
Screenings   Peter Vit
Stephan Liedtke
Digital Cinema Package Producer   Martina Wallner
Linda Ellwanger
Digital Cinema Package Engineer   Matthias Ritschl
Project Coordinator Hd Mastering   Marco Krinke
Insane4frame / Progl+Gerlach Postproduktion
Red Beratung   Manuel Wenger
Avid Project Support Und Datenhandling   Oliver Gerlach
Avid Projektvorbereitung   Andreas Hennicke
Kristie Fultz
VFX Supervisor   Marco Pelzel
VFX Artists   Frank Wegerhoff
Yves Bischoff
Adina Wernstedt
In House Koordination   Nicholas Conradt
Geräuschaufnahme   Meloton Sound Effects
Geräuschemacher   Max Bauer
Geräuschaufnahme Und Schnitt   Normann Büttner
Making Of Interview   Uta Gruenberger
 
Musik
“Freedom is a Journey”
Musik: Bernd Jungmair, Cornelius Dix, Jürgen Haiden
Text: Julian R. Pölsler
Gesang: Zabine
“Bach Partiten”
Original Recording Copyright Pentatone Music B.V.
Performance by Julia Fischer
SA-CD: PTC 5186 072
Radiotext: Rede Von Aung San Suu Kyi
Mit freundlicher Genehmigung von Democratic Voice Of Burma
 
Rechtliche Musikberatung   Uwe Kirbach
Anwaltliche Beratung Starhaus   Berit Norrenberg
Pressebetreuung   Filmbüro Pyrker Susanna
Just Publicity, Anke Zindler
Versicherung   Caninenberg & Schouten Gmbh
Steuerberatung   Steirer Und Mika
Dr. Fritz Kesel & Partner
Reisebüro   Medias Reiseservice Gmbh
Kameraequipment   Arri München
Firma Schmiedle
Arri Wien
Firma Stöger
Lichtequipment   Arri München
Panther München
LGL
 
Die Wand
Nach dem gleichnamigen Roman von
Marlen Haushofer
erschienen im
Claasen Verlag
Claasen ist ein Verlag der Ullstein Buchverlage GmbH, Berlin
 
Ein besonderer Dank

Gilt den Österreichischen Bundesforsten
für die umfassende Unterstützung
insbesondere bei der Motivsuche und Organisation
 
Vielen Dank an

Renate Anton • Franz Tiefenbacher • Sepp Hemetsberger
Dieter Und Nina Schramm • Karl Und Lini Spielbüchler
Klaus Schaefer • Nikolaus Prediger • Bettina Reitz
Bettina Ricklefs • Christine Berg • Roland Teichmann
Iris Zappe-Heller • Peter Zawrel • Petra Kashmiry
Epo Film • Interspot Film • Franz Heppelsberger
Roland Stietzel • Jan Heugel • Klaus Daubenberger
Markus Liebl • Katharina Grethlein • Freya Stewart
Sebastian Cramer • Christof Schmidt • Nico Storch
Kirsten Vagiannis • Gabriel Bauer • Platzer Karl
Franz Wegscheider • Gerhard Leitner • Peter Lichtefeld
Christian Schertz • Hannes Schweighofer • Sepp Schweighofer
Klaus Laimer • Charles Osborne • Fritz Kressl
Renee Kalfstermann • Florian Dittl • Kurt Wittek • Karina Ressler
Klaus Hundsbichler • Katharina Wöppermann • Michael Haneke
Bettina Breitling • Agnieszka Golosch • Anna-Maria Oeser
Silvia Wallner • Evelyn Itkin • Natalie Krenn
Isolde Wagner • Sabine Kölmel • Orsolya Palfi
 
Julian Pölsler dankt

Frau Sybille Haushofer und Frau Mag. Angela Mohr
für die jahrelange Begleitung und die frommen Wünsche
 
Bei Den Dreharbeiten zu diesem Film
sind keine Tiere zu Schaden gekommen.
Vorliegendes Bildmaterial besteht aus
Spezialeffekten und Archivaufnahmen
von behördlich vorgeschriebenen Hegeabschüssen.
 
Gefördert durch


 
Hergestellt in Zusammenarbeit mit dem
 
Eine Produktion von

Barbara Albert, Martin Gschlacht, Jessica Hausner, Antonin Svoboda

und



in Koproduktion mit
und


Weltvertrieb
© 2011 Coop99 Filmproduktion / Starhaus Filmproduktion

 

Vom schweren Start zum durchschlagenden Erfolg
"Ich glaube nicht, dass mir ein solcher Wurf noch einmal gelingen wird, weil man einen derartigen Stoff wahrscheinlich nur einmal im Leben findet", verrät Marlen Haushofer (1920-1970) über ihren Roman „Die Wand“ 1968 in einem Interview mit der Kulturjournalistin Elisabeth Pablé. Im selben Jahr wurde Marlen Haushofer dank einer Lesung im ORF-Radio in ihrer Heimat Österreich als Schriftstellerin verstärkt wahrgenommen. Als ihr fünftes Buch „Die Wand“ 1963 erschien, war sie deprimiert, wie sie ihrem Freund und Mentor Hans Weigel in einem Brief anvertraute, da ein Jahr lang keine Besprechung in der Presse stattfand. Zu ihren Lebzeiten war ihr Werk kein Verkaufshit.

 

Heute ist Haushofers Roman in 19 Sprachen übersetzt und gehört zu den Lieblingsbüchern der Österreicher und Deutschen. Als Kultbuch der Emanzipations- und Friedensbewegung stand es 1985 auf Platz 2 der Bestsellerliste Taschenbuch (ermittelt von Buchreport). Durch einen Buchtipp von Elke Heidenreich in der ZDF-Sendung „Lesen!“ stürmte es 2004 auf Platz 2 der Spiegel-Bestsellerliste und hielt sich auf wechselnder Platzierung 30 Wochen. In der ZDF-Lesekampagne „Unsere Besten – Das große Lesen“ wurde „Die Wand“ von 250.000 Teilnehmern unter die 50 Lieblingsbücher der Deutschen gewählt – auf Platz 40, noch vor Herman Hesses „Steppenwolf“. In der Literatur-Aktion „50 Klassiker fürs Leben“ des Hauptverbandes des österreichischen Buchhandels rangiert „Die Wand“ auf Platz 36, noch vor dem Nibelungenlied und dem Buch, das Marlen Haushofer selber so beeindruckte, „Das andere Geschlecht“ von Simone de Beauvoir.

"Die Wand" galt immer als unverfilmbar. Dabei hat er bloß auf Martina Gedeck gewartet. Ein grandioser Film.
WELT AM SONNTAG

 

Können Literaturverfilmungen gelingen? Ja, Regisseur Julian Roman Pölsler überzeugt mit seiner Adaption von Marlen Haushofers „Die Wand“. Kraftvoll, einnehmend und intensiv: Der Film zeigt in klaren Bildern, wie das Grauen in die Idylle eindringt, wie die namenlose Frau gegen Angst und Hoffnungslosigkeit kämpft. Sie schreibt gegen ihre Einsamkeit und gegen die Dunkelheit an, und in diesen Bericht fügen sich die filmischen Rückblenden ein.
Martina Gedeck in der Hauptrolle erfüllt den Film mit ihrer Präsenz. Es reicht ein Blick, ein Zucken um den Mund, eine Geste. Sie lotet die Grenzen des Menschenmöglichen aus, dringt in unsere Urängste ein und zeigt eindrucksvoll den isolierten, von Verwilderung bedrohten Menschen. 
Dr. Johanna Rachinger, Generaldirektorin der Österreichischen Nationalbibliothek

...ein künstlerisch zutiefst wahrhaftiges und großartiges Filmkunstwerk.
Aus dem Gutachten der Filmbewertungskommission

„Die Wand“ ist ein großer Roman, und Die Wand ist eine große, würdige Verfilmung geworden. Sie verlangt seitens des Zuschauers die Bereitwilligkeit, sich verlangsamen zu lassen und sich zu öffnen. Sie belohnt dieses Vertrauen mit einem kostbaren und raren Reflexionsraum. Man kann diesen Film lesen wie ein Buch, ganz allein auf sich gestellt und völlig frei in der Interpretation. Man kann in aller Ruhe nachdenken, endlich.
RAY FILMMAGAZIN

Grandiose Verfilmung von Marlen Haushofers Kultroman...
SKIP KINOMAGAZIN

Der österreichische Regisseur Julian Roman Pölsler hat es gewagt: Er hat den Roman "Die Wand" seiner Landsmännin Marlen Haushofer verfilmt. Und das eigentlich Unmögliche ist ihm gelungen.
EMMA

Mit Bildern von großer Wucht und Sinnlichkeit.
BERLINER ZEITUNG

Ein eindrucksvolles Kinoerlebnis.
WELT ONLINE

Martina Gedeck spielt die Einsamkeit der Frau so zwingend, so überzeugend, dass sie einen mit hinein zieht in ihr Gefängnis in den Bergen aus dem es kein Entrinnen gibt.
BILD AM SONNTAG

Einer jener seltenen Momente, in denen das Filmemachen plötzlich etwas Intimes, Magisches bekommt.
MADAME

Intensiv, beklemmend, groß.
COSMOPOLITAN

Ein großes Solo für Martina Gedeck.
BRIGITTE WOMAN

Ein-Frau-Marathon für eine unglaublich souveräne Martina Gedeck.
BRIGITTE

Man muss den Roman nicht kennen, um von diesem spannenden Film fasziniert zu sein.
A TEMPO / ALVERDE

Ein emotional dichtes Psychogramm einer Verwandlung – und ein Film der zum Philosophieren anregt.
EMOTION

Fast 50 Jahre hat es gedauert, bis sich ein Regisseur an diesen Stoff gewagt hat, obwohl der Roman von Marlen Haushofer immerhin unter den 50 meistgelesenen deutschsprachigen Büchern auftaucht. Ob die Filmwelt davor scheute, weil DIE WAND so großen Interpretationsspielraum von Naturphilosophie über Gesellschaftskritik bis zu Science-Fiction eröffnete […]? Klar ist, dass Julian Pölsler sich und uns all dem aussetzt – und es gelingt ihm fabelhaft."
YORKER

Martina Gedeck imponiert in Literaturverfilmung [...]
Ein Kunststück des Minimalismus [...]
In schwelgendem Cinemascope und mit andächtiger Ehrfurcht zeigt Pölsler [...] die Natur mit all ihrer Schönheit und Grausamkeit.
Romanleser mit eigenen Bildern im Kopf werden vom Film nicht enttäuscht.
[...] nicht eine Zehntelsekunde langweilig…
Ein Film von stiller Wucht.
 MITTELDEUTSCHE ZEITUNG

 

Eine beeindruckende Ein-Frau-Show [...]
COBURGER TAGEBLATT

 

Hinreißend: Martina Gedeck in einem Solo in wunderbaren Naturbildern im Wechsel der Jahreszeiten.
LEIPZIGER VOLKSZEITUNG

 

Martina Gedeck brilliert in der kraftvollen Literaturverfilmung „Die Wand“
NEUE WESTFÄLISCHE

 

[...] Martina Gedeck mit einer fulminanten Ein-Frau-Vorstellung in Julian Roman Pölslers großartiger Adaption „Die Wand“ [...]
[...] Bilder von großer Wucht und Sinnlichkeit, stimmungsvoll untermalt von melancholischen Klängen aus Bachs Violinpartiten.
Das Drama wirkt wie auf Martina Gedeck zugeschnitten. Sie spricht Haushofers Sätze in einem unverwechselbar introvertierten Ton, in dem Schmerz, Trauer, Überlebenswillen und auch Misanthropie mitschwingen, zeigt überzeugend die Wandlung der anfangs ungeschickt durch die Natur stolpernden Städterin hin zu einer Lebenskünstlerin.“
RHEIN-NECKAR-ZEITUNG

 

[...] ein Schatten von Mensch vor geschlossener Landschaft. Aber die Stimme! Sie geht als Voice Over über den gesamten Film, rauchig, melancholisch, matt. Und wenn sie schweigt? Dann ist im vollbesetzten „International“ die Stille zu hören.
DER TAGESSPIEGEL

 

[...] handwerklich perfekt ausgearbeitet [...]
WESTFALENPOST

 

“Die Wand“ - der bisher nachhaltigste Berlinale-Film 2012
BLICKPUNKT:FILM

 

Astonishing and unexpected [...]
[…] “The Wall” becomes something much deeper, almost mystical [...]
[...] “The Wall” does what the best movies do: Take us somewhere we’ve never been and let us see the world with a completely different perspective.
Gedeck […] is nothing less than astonishing as is the natural beauty of the Austrian settings […]
THE HOLLYWOOD REPORTER

 

You don’t see many films that so overtly address the Human Condition – with capital letters – as intense contemplative Alpine drama „The Wall“ […]
[…] Julian Roman Pölsler’s spectacularly-shot, highly intelligent adaptation of Marlen Haushofer’s early 1960s bestseller is riveting and emotionally involving from start to finish […]
Gedeck’s performance, which must have been physically demanding in the extreme, is phenomenal. […]
[…] The Wall is intensely cinematic – a high-risk, high-intelligence drama that will be intensely rewarding for viewers willing to scale its rarefied but heady heights.  
SCREEN INTERNATIONAL

 

Martina Gedeck, in a wrenching Performance.
THE HOLLYWOOD REPORTER


Coop99 wurde im Jahr 1999 von den drei Autoren/RegisseurInnen
Barbara Albert, Jessica Hausner, Antonin Svoboda und dem
Kameramann Martin Gschlacht gegründet. Sie sind zu gleichen
Anteilen GeschäftsführerInnen und ProduzentenInnen der Firma.
Seit 2002 erhält die Coop99 Unterstützung durch Bruno Wagner
als Herstellungsleiter und Produzent. Die Teamkoordination
übernimmt seit Januar 2010 Nina Korecky.

Coop99 versteht sich als Plattform einer neuen
Filmemacher-Generation in Österreich.
Sämtliche Projekte stehen für Authenzität,
persönliche Stellungnahme und individuelle Machart.

Coop99 hat seit der Gründung circa 25 Filme produziert
und konnte sich in kürzester Zeit als eine der erfolgreichsten
österreichischen Filmproduktionen im Arthouse-Bereich
positionieren. Nahezu alle Projekte wurden in Koproduktion
mit internationalen Partnern realisiert und durch Weltvertriebe
erfolgreich vermarktet. Die regelmäßige Teilnahme an den
bedeutendsten A-Festivals unterstützt die internationale
Arbeitsweise der Firma sowie die erfolgreiche internationale
Verwertung der Produktionen.

Die Starhaus Filmproduktion GmbH wurde 1994
unter dem Namen Kinowelt Filmproduktion GmbH von
Dr. Rainer Kölmel gegründet und ist seit 2003 eine
100% Tochtergesellschaft der Starhaus Produktionen
mit Sitz in München. Die Umfirmierung fand 2008 statt.
Seit 2010 steht mit Wasiliki Bleser eine zweite Produzentin
und Geschäftsführerin mit an der Spitze des Unternehmens,
welches sich der Produktion internationaler wie nationaler
Projekte widmet. Erfolgreiche internationale Produktionen
waren u.a. Young Poisoner’s Hardbook (1995, Benjamin Ross),
Female Perversions (1996, Susan Streitfeld),
Crimetime (1996, George Sluizer),
Sunshine – Ein Hauch von Sonnenschein (1999, István Szabó)
und Mama Africa (2011, Mika Kaurismäki).

Im deutschsprachigen Raum realisierte die Starhaus u.a. Filme von
Dominik Graf (Der Felsen, 2002), Ben Verbong (Das Sams, 2001),
Christian Alvart (Antikörper, 2005), Achim Bornhak (Das wilde Leben, 2007), Dominik Wessely (Gegenschuss – Aufbruch der Filmemacher, 2008) und zuletzt unter der Regie von Maggie Peren (Die Farbe des Ozeans, 2011)

Coop99Starhaus

Gewinne die Buchvorlage von Die Wand oder ein Jahresabo von WALD – Das Magazin für Draußen! 

Wie ist der Name des Hundes in Die Wand?

Bücher

Teilnahmebedingungen

Aus dem Gutachten der Filmbewertungskommission:
„...ein künstlerisch zutiefst wahrhaftiges und großartiges Filmkunstwerk.“

Thimfilm bietet Lehrer/innen die Möglichkeit, mit ihren Schüler/innen österreichweit Filmvorführungen in eigenen Schulvorstellungen zu besuchen. Schulvorführungen sind nach Kinostart grundsätzlich in allen österreichischen Kinos möglich. 

Eintrittspreise: SchülerInnen zahlen 5,00 bis 6,00 EUR, je nach Vorgabe des Kinos, Lehrer/innen (bzw. Begleitpersonen) erhalten gratis Eintritt.

Fächer: Deutsch, Bildnerische Erziehung, Medienerziehung, Psychologie und Philosophie, Religion und Ethik

Thimfilm empfiehlt Schulvorstellungen in:

 

Das Kino, Giselakai 11, 5020 Salzburg; www.daskino.at/schule

 

Diesel Kinos; Kinos unter www.dieselkino.at, Mail an schule@dieselkino.at

 

Gartenbaukino Wien, Parkring 12, 1010 Wien, Ansprechpartnerin: Wiktoria Pelzer, Mail an w.pelzer@gartenbaukino.at

 

Hollywood Megaplex Kinos, Kinos unter www.megaplex.at, Ansprechpartnerin Melanie Janovsky, office@megaplex.at

 

Metropol Multiplex, Innstraße 5, 6020 Innsbruck, Ansprechpartnerin Susanne Pöschl; Mail an buero@metropol-kino.at

 

Moviemento Kino, OK-Platz 1, 4020 Linz; www.moviemento.at

 

Star Movie Kinos; Kontakt und Kinos unter www.starmovie.at/star-movie-regau/kinoerlebnis/schulen-im-kino/

 

Village Cinemas W3, Landstraßer Hauptstr. 2A, 1030 Wien; www.schulkino.at

 

Votiv Kino, Währinger Str. 12, 1090 Wien; www.kinomachtschule.at



Kontakt Thimfilm:
Michael Moser
buero@thimfilm.at
Tel: 01/236 21 90

 

Schulmaterial Download

Informationsschreiben


 

Die Wand Hundekino

Mittwoch, 5. Dezember 2012
19:30 - 22:30
Admiralkino
Burggasse 119
1070 Wien

 

Sondervorstellung von DIE WAND für alle Kinobesucher mit Hund. In Anwesenheit von Regisseur Julian Roman Pölsler und Hund Luchs aus dem Film. Luchs freut sich mit Sicherheit auf die Hunde-Fans. Jetzt Tickets buchen.

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Durchschlagender Erfolg für DIE WAND im Gartenbaukino

Am Donnerstag, den 18. Oktober gibt es im Anschluss an die 17h Vorstellung ein Gespräch in Anwesenheit von Haushofer-Biografin Dr. Daniela Strigl und Regisseur Julian Roman Pölsler.

 

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Pressekontakt Österreich
PRESSEBÜRO PYRKER
Susanna Pyrker
Columbusgasse 2
1100 Wien
Tel: (+43) 1 604 01 26
E-Mail: presse@pyrker.com
www.pyrker.com

Pressekontakte Deutschland
JUST PUBLICITY
Anke Zindler
Erhardtstr.8
D-80469 München
Tel +49 89 20 20 82 60
Fax +49 89 20 20 82 89
E-Mail: a.zindler@just-publicity.com
www.just-publicity.com

Verleih
THIMFILM Filmverleih
Hermanngasse 18/5
1070 Wien
Tel: +43 1 236 21 90
Fax: +43 1 236 21 90 9
Mail: buero@thimfilm.at

Wie sind Sie auf das Projekt gestoßen?
Julian Pölsler hat mich bereits 2008 im Zusammenhang mit einem anderen Projekt auf DIE WAND angesprochen und gefragt, ob ich einen Zugang zu dieser Rolle hätte. Dann haben wir 2009 in größeren Abständen immer wieder über die Rolle gesprochen. Wir trafen uns im Winter auch vor Ort in einer kleinen Hütte für eine erste Probe und um zu sehen, wie wir miteinander arbeiten. Wir tasteten uns also langsam an das Projekt heran.


Wie hat Ihnen der Roman gefallen?
Ich habe das Buch schon als junge Frau gelesen und hatte sofort einen großen Zugang. Es geschieht ein einschneidendes, traumatisches Erlebnis und alle Vorstellungen darüber, was das Leben sein soll, sind radikal in Frage gestellt und müssen neu definiert werden. Die Frau akzeptiert die Situation relativ schnell und geht pragmatisch damit um. Es ist keine Hysterie erkennbar. Genau dieses Sachliche hat mir gefallen, dass es eher wie ein Bericht geschrieben ist. Weil sie es rückblickend erzählt, zu einem Zeitpunkt, an dem sie schon eingewachsen ist in sich und die Natur.


Was hat Sie an der Rolle besonders angesprochen?
Als Schauspielerin war es eine Chance für mich, Neuland zu betreten. Ich habe mich in den anderen Lebensraum dieser Figur hinein begeben. Es ging nicht darum, zu spielen. Sondern wichtig war, zu tun, zu durchleben und zu sein. Es war eine sehr körperliche Rolle, auch mit harter Arbeit. Selbst im Nichtstun musste ich Gedanken durchleben. Immer hatte ich Gedanken zu denken. Ich habe das im lnneren gefühlt, was man im Buch liest. Besonders schön fand ich, diese Fülle des Lebens zu erfahren, wenn plötzlich der Wald, die Natur, der Stein auf dem ich sitze und der Hund zu meinen Partnern werden.


Wie würden Sie die Entwicklung beschreiben, die die Frau in DIE WAND durchmacht?
Als sie mit der Welt, die hinter der Wand liegt, nichts mehr zu tun hat, beschäftigt sie sich mit ihrer eigenen Lebendigkeit und dem Elementaren. Darauf konzentriert sie sich vorausschauend und das setzt einen Heilungsprozess in Gang. Sie arbeitet an ihrem Überleben, bis sie mehr und mehr in Kontakt tritt mit ihrer Umgebung und sich öffnet. Was früher wichtig war, von Gesichtspflege über Komfort bis hin zu Beziehungen, ist es nicht mehr. Sie verortet sich neu, indem sie einen neuen Platz im Leben findet. Sie erlebt auf neue Weise: Wo stehe ich zwischen Himmel und Erde, Geist und Fleisch, Geborgenheit und Fremdheit? Wo sie sich einmal zu Hause fühlte, da war sie eigentlich fremd. Aber die Fremde, die Natur, entpuppt sich als der Ort, an dem sie geborgen sein kann, wo ihr eigentliches Wesen zum Vorschein kommt. Am Ende ist sie eine „Jetztzeitfrau", eine Kriegerin.


Wie haben Sie sich auf eine Rolle vorbereitet, die sehr an die Wurzeln der menschlichen Existenz geht und zusätzlich vom Innenleben der Figur abhängt?
Statt einen Text zu lernen, habe ich mich in den Raum der Figur begeben. Ich habe den Text täglich gelesen und sehr zurückgezogen gelebt. Ich habe versucht, den Roman für mich zu strukturieren: Was tut sie wann? Wie ist ihr Tagesablauf? Diese zeitlichen Abläufe habe ich verinnerlicht. Mit dem Regisseur habe ich dann vor Ort noch vor den Dreharbeiten geprobt, wie man Heu erntet, die Sense einsetzt, mit dem Gewehr umgeht und mit den Tieren arbeitet. Während der Dreharbeiten habe ich auf einer kargen und abgelegenen Almhütte gewohnt. Ich habe versucht, in mir den Zustand zu empfinden, den die Frau im Roman innehat. Sie schwingt zwischen unbewusst und bewusst. Vielleicht könnte man sagen, dass sie sich in einem Raum zwischen Leben und Tod bewegt, in dem sie sich mit ihren Urkräften - ihren Tieren - verbindet. Diese Stimmung und die Gedanken der Frau kann man nicht spielen, man muss sie erleben.


Die Buchvorlage lässt viele Interpretationen zu, welche Bedeutung die Wand hat. War es für Sie wichtig, eine eigene Erklärung für die Wand zu finden?
Ich habe die Wand immer als Rettung gesehen. Die Wand ist kein schönes Ereignis, aber es hilft der Frau, zum Leben zurück zu kommen und das ist notwendig, weil sie vorher nicht glücklich war. Die Wand steht für mich für eine tiefe Krise, eine Depression, eine Krankheit oder ähnliches - also auch für eine Chance, sich auf das Wesentliche zu besinnen, neue Prioritäten zu setzen und eine neue Lebendigkeit zu finden. Dann wird die eigentliche Berufung sichtbar, die man zuvor vielleicht nicht wahrgenommen hat.

 

Wie haben Sie sich darauf vorbereitet, mit dieser Wand zu spielen?
Natürlich haben der Regisseur und ich an der Glasscheibe lange geprobt. Jede Bewegung musste stimmen. Ich habe auch ein bisschen Pantomime gelernt, um mit der Wand auch dann spielen zu können, wenn die Glasscheibe, die die Wand darstellt, in einer Einstellung nicht da ist. Aber noch schwieriger war es für mich, gegen die Glasscheibe zu rennen. Ich musste es einfach immer wieder machen, bis es vertraut war, auch der Schmerz. Gut, dass ich es beim Dreh immer wieder proben konnte. Ich musste nichts erklären und es wurde nicht diskutiert. Ich konnte für mich herausfinden, was sich stimmig anfühlt. Die Choreografie war schon vorher da, aber die Authentizität entwickelt sich nur durch das Tun.


Wie hat Sie Regisseur Julian Roman Pölsler angeleitet?
Sehr oft kam von Julian Pölsler „wunderbar - machen wir es noch einmal". Es ging darum, auszuprobieren. Wir empfinden ähnlich und das Innenleben der Figur ist uns ähnlich vertraut. Daher waren wir sofort beieinander. Wir wussten sehr klar, wo wir uns hinbewegen und was wir erwischen wollten. Manchmal hat er mich daran erinnert, in welchem Moment die Figur gerade ist. Dann konnte ich diesen Gedanken mehr Raum in mir geben. Es hat mich beeindruckt, dass er immer wusste, was mit mir los war und was ich in einem bestimmten Moment brauchte. Ich fühlte mich beschützt und getragen und gleichzeitig völlig frei. Auf geistiger Ebene war es eine ganz starke gemeinsame Arbeit in gegenseitigem Respekt. Das ist so ziemlich das ultimativ Beste, was man sich an Zusammenarbeit vorstellen kann.


Der Film wurde in mehreren Etappen zu den verschiedenen Jahreszeiten gedreht. Sie mussten sich immer wieder neu auf den Film einstellen. Wie sind Sie damit umgegangen?
Das ist mir nicht schwer gefallen. Ich war ziemlich schnell wieder in der Atmosphäre und dem Lebensgefühl drin, auch da ich auf der Almhütte gewohnt habe. Mir ist dieser Zustand ja nicht fremd. Es gibt auch sonst Zeiten, in denen ich für mich bin. Es war sogar ein Wunsch von mir, das einmal mehr auszuleben. Daher waren mir die Drehzeiten immer willkommen.


Sie tragen den Film als Schauspielerin ganz alleine. Ist das eine besondere Herausforderung?
Man muss viel geduldiger sein, weil der Partner das Leben selbst ist, das eben andere Gesetze hat. Insbesondere musste ich mehr Geduld mit mir selbst lernen und weniger ergebnisorientiert arbeiten. Alle Maßstäbe, die ich sonst bei der Arbeit habe, musste ich in den Wind blasen. Man kann der Natur nicht aufzwingen, was im Drehplan steht. Das Licht, die Stimmung, der Stand der Wolken, die Tiere - man muss sich nach den Umständen richten, nicht planen, sondern mehr mit Gelassenheit herangehen. Das ganze Team musste zu dieser Einstellung finden. Alle waren still. Keiner schaute auf die Uhr. Dann reagierten auch die Tiere darauf. Die Katze blieb einfach so auf dem Tisch sitzen, weil die Atmosphäre stimmte. Beim Dreh für den nächsten Film, wieder unter den „normalen" Umständen, dass jede Minute festgelegt und jede Szene geplant ist, fiel mir die Umstellung sehr schwer. Dass alles möglichst schnell gehen muss, erschien mir auf einmal so unsinnig.


Im Film haben Sie einen ungewöhnlichen Partner, der das Leben der Hauptfigur beeinflusst, den Hund Luchs. Wie war die Zusammenarbeit?
Julian Pölsler hat seinen Hund Luchs selbst trainiert. Für den Dreh musste er mir die Befehlsmacht übergeben, da der Hund auch mir folgen musste. lrgendwann hat der Hund verstanden, dass es ein vor und hinter der Kamera gibt und wann er zu wem gehört. Verrückt war, dass er ein Verhältnis zu mir entwickelt hat, wie es im Roman beschrieben ist, geprägt von liebevollem Gleichmut. Es war eine Partnerschaft, frei von der Abhängigkeit zu seinem Herrchen. Wir waren beide Schauspieler und im selben Boot. Ich habe auf ihn geachtet und er auf mich.

Warum wollten Sie den Roman „Die Wand" unbedingt verfilmen? Spielt er eine besondere Rolle in Ihrem Leben?
Der Roman spielt in der Tat eine sehr wichtige Rolle in meinem Leben. Warum? Das ist die Frage, die mich wohl oder übel weiterhin beschäftigen wird. Ich habe das Buch vor 25 Jahren das erste Mal gelesen, weil es mir eine gute Freundin, Julia Stemberger, empfohlen hat. Es hat mich seitdem nicht mehr losgelassen. Vielleicht war der Film sogar ein Versuch, es endlich loslassen zu können. Aber es ist stattdessen noch schlimmer geworden.


Bevor Sie die Filmrechte erwerben konnten, lag der Stoff lange bei anderen Produzenten. Wie sind Sie schließlich an das Projekt gekommen und was war lhre Intention?
Die Rechte waren vorerst vergeben und ich musste fast zwanzig Jahre Geduld haben und abwarten. 2003 gelang es mir, die Rechte zu erwerben. Es war mir vielleicht bestimmt, dass ich diesen Film machen darf, soll, muss. Meine größte Intention war, mit dem Film eine Plattform für diesen wunderbaren Roman zu schaffen, den ich für einen der beeindruckendsten in der deutschsprachigen Literatur halte. Viele Menschen lesen heute keine Bücher mehr, sondern gehen lieber ins Kino. Ich hoffe, dass Marlen Haushofer durch den Film in der Wahrnehmung der Menschen vermehrt den Platz bekommt, der ihr zusteht.


Sie haben das Drehbuch selbst geschrieben. Was war lhnen dabei wichtig?
Eigentlich habe ich mich seit der ersten Lektüre 25 Jahre lang auf die Spuren der Verfilmung dieses Romans begeben. Bis ich letztlich 7 Jahre konkret am Drehbuch gearbeitet habe. Es war ein sehr langwieriger Prozess. Am Schwierigsten war, mit den Reaktionen der Drehbuchleser in Deutschland und Österreich umzugehen. Jeder, der den Roman kannte, wollte seine eigene Version im Drehbuch umgesetzt sehen. Franzosen, Engländer und Amerikaner, die den Roman nicht kannten, haben mich dagegen darin bestärkt, meinen eigenen Weg mit dem Stoff zu gehen. Besonders von den Amerikanern habe ich oft gehört „Was andere sagen ist Bullshit, was dein Herz sagt ist richtig". Mir war wichtig, möglichst viel aus dem Roman in den Film zu übernehmen - daher auch die Off-Stimme. Ich habe mir die Maxime gesetzt, den Text nur durch Streichungen zu verändern und nichts hinzuzufügen. Nur ein Wort ist geändert, aber das darf ich nicht verraten, weil das die Gewinnfrage bei einem Preisausschreiben sein wird.


Wie sah die Zusammenarbeit mit Martina Gedeck aus?
Wir hatten eine äußerst intensive und im Fortgang der Dreharbeiten dann fast wortlose Zusammenarbeit. Ich hatte einmal meine Studenten zum Dreh eingeladen. Sie waren erstaunt darüber, wie ich mit Martina Gedeck arbeite und dachten, wir würden uns nicht verstehen, weil wir kaum miteinander geredet haben. Natürlich haben wir Gespräche jenseits des Drehs gehabt. Allerdings kommunizierten wir direkt bei der Arbeit über ganz reduzierte Zeichen, oft hat ein Blick zueinander genügt, um alles zu sagen. Da war höchste Konzentration, geprägt von gegenseitigem Vertrauen. Wir mussten nicht diskutieren, sondern haben uns auf die großen Themen konzentriert: Angst, Verzweiflung und wie man damit umgeht. Da reichen Blicke, ein Kopfnicken, Kopfschütteln oder auch nur ein vielsagendes Lächeln. Das habe ich selten erlebt, vielleicht noch in der Zusammenarbeit mit Julia Stemberger oder Hannelore Hoger bei „Bella Block".


Spielt die Natur auch eine Hauptrolle?
Ich bin auf einem Bergbauernhof über dem Paltental in der Steiermark völlig isoliert von der Welt aufgewachsen, eingebunden in eine wunderbare Familie, umgeben von großartiger Natur. Deshalb vielleicht ist mir die Natur so wichtig. Ich bin kein Stadtneurotiker, sondern vielmehr ein Naturneurotiker. Mit jedem Baum der gefällt wird, stirbt auch ein Baum in mir. Die Demut vor der Schöpfung geht heutzutage leider völlig verloren. Daher spielt die Natur für mich im Film eigentlich noch viel zu wenig die Hauptrolle. Am liebsten hätte ich neben dem Off-Kommentar und den Bach-Partiten noch einer dritte Form der Sprache im Film mehr Raum gegeben: Der Stille in der Natur. Vielleicht werde ich das in einem Director’s Cut noch verwirklichen können.


Der Film wurde in mehreren Etappen zu den verschiedenen Jahreszeiten gedreht. Was war der Grund?
Die lange Drehzeit war mir wichtig, damit im Film echter Schnee zu sehen ist und das Licht auf der Alm genau so ist, wie ich es mir vorstelle. Für Menschen, die aus der Stadt kommen, denen Wald und Berge fremd sind, kann das wie Kitsch wirken. Für mich ist es nicht so. Es war mir wichtig, authentisch zu sein. Am liebsten hätte ich 14 Monate mit dem Filmteam im Jagdhaus gelebt. Ich wollte mich der Wahrhaftigkeit annähern, die eine Stärke des Romans ist. Authentizität ist die Wahrhaftigkeit im Film. Dazu gehörte für mich auch, in der Drehbuch-Phase zurückgezogen in einer Hütte zu leben - mit dem Endergebnis, das ich selbst beinahe in eine Depression verfallen wäre. (Iacht)


Welche Herausforderungen bringt ein Dreh zu den verschiedenen Jahreszeiten mit sich?
Nun, es ist schwierig ein komplettes Team über einen so langen Zeitraum von vierzehn Monaten Gesamtdrehzeit beisammen zu halten. Das führte zu einer großen Fluktuation im Team.
Es gab verschiedene Kameramänner und wechselnde Ausstatter. Das ganze Team hat sich immer wieder verändert. Die einzigen, die alle Drehtage mitgemacht haben, waren Bruno Wagner, der wichtigste meiner Produzenten, mein Hund Luchs und ich natürlich. Jemand musste das Ziel auf alle Details bezogen im Auge behalten - und das war ich. Man muss einen langen Atem haben.


Wie haben Sie Ihre Partner Coop99 und Starhaus gefunden?
Bruno Wagner kenne ich seit 35 Jahren. Wir sind miteinander in die Schule gegangen. „Die Wand" ist auch sein Lieblingsbuch und wir haben uns oft darüber unterhalten. So hat sich alles ergeben. Über Coop99 kam Starhaus als wichtiger Partner. Rainer Kölmel ist ein Fan des Buches und hat sich in schwierigen Momenten, wenn die Verfilmung auf der Kippe stand, stark für das Projekt eingesetzt.


Sie haben ihren Hund Luchs selbst trainiert...
Das war eine Doppelbelastung, aber Luchs hat es mir leicht gemacht. Mein Hund musste einspringen, weil sein Bruder, der eigentlich vorgesehen war, sich nicht trainieren ließ. Die Bayerischen Gebirgsschweißhunde sind sehr eigensinnig. Ich habe schon vorher viel mit Tieren gedreht und mich hat immer das „Dressierte“ gestört, wie vor allem Hunde an einem bestimmten Punkt auf die Belohnung fixiert sind und aus der Beziehung herausgehen, die sie mit dem Schauspieler im Film haben. Luchs sollte aber gerade eine sichtbare Verbindung mit Martina Gedeck entwickeln. Ich war also kein Tiertrainer sondern Hundeflüsterer und habe versucht, Luchs mit guten Argumenten zu „überreden." Wenn ich bei ihm mit meiner Philosophie und meinen Schauspielführungskünsten am Ende war, war das letzte Argument eben eine Leberstreichwurst. Vielleicht muss ich auch für Schauspieler in Zukunft eine Leberstreichwurst im Ärmel haben. (lacht)


Was war Ihnen bei der Darstellung der Wand im Film wichtig?
Die Wand sollte gar nicht dargestellt werden. So wenig wie möglich sollte sie physisch vorkommen. Es muss klar sein, dass die Wand eben nicht greifbar und nicht begreifbar ist. Bis auf die erste Begegnung der Frau mit der Wand taucht die Wand sichtbar im Film nur in den Albträumen auf und während der Sequenzen, in denen die Bach-Partiten die Erzählung fortführen, die ja immer dann einsetzen, wenn die Frau sich der Wand nähert oder sich an die Wand herandenkt.


Was war Ihre Idee zum besonderen Sound-Design für die Wand?
Ich habe lange nach dem richtigen Ton für die Wand gesucht und mit Hubert von Goisern, der die Filmmusik machen sollte, darüber gesprochen und schließlich mit Michael Haneke, der meinte, am besten wäre wohl, den Wandton durch absolute Stille darzustellen. Das war mir dann aber zu radikal, denn es entstand der Eindruck, der Ton sei ausgefallen. Durch Zufall habe ich dann erfahren, dass es Menschen gibt, die angeblich die Erdrotation hören können. Dieser Ton, hat mir ein befreundeter Wissenschaftler verraten, erinnert an das Geräusch eines elektromagnetischen Feldes. Das habe ich dann versucht, als Grundsound für die Wand zu nehmen.


In einer Szene hört man die Stimme der Burmesischen Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi.

Eigentlich wollte ich ihr den Film widmen. Aber nachdem sie aufgrund der erfreulichen politischen Entwicklungen in Burma, wieder hinter ihrer Wand aufgetaucht ist, bleibt die Botschaft im Film dezenter: Es ist als eine Widmung an jene Frauen gedacht, die heute noch gezwungen sind, hinter einer unsichtbaren Wand von Ignoranz und Intoleranz zu leben

Die Biografie Julian Pölsler wurde am
Kreuzberg über St. Lorenzen im Paltental in
der Steiermark geboren und studierte an der
Filmakademie Wien Regie und Produktion
und am Max Reinhard Seminar Regie und
Dramaturgie und war unter anderem Regie-
assistent von Axel Corti.
Er dreht seit 1990 TVFilme und führt Regie
bei Opern. Weiters übt er eine Lehrtätigkeit
aus, am Konservatorium der Stadt Wien
Abteilung Schauspiel und an der
Technischen Universität Wien am Institut
für Medieninformatik.
Er lebt und arbeitet in Wien und München.

Die Filmografie

Die Filmografie
Kinofilme

2011 Die Wand


TV Filme

2009 Anna und der Prinz
2007 Bella Block
2006 Daniel Käfer und die Schattenuhr
2005 Daniel Käfer und die Villen
der Frau Hürsch
2004 Hubert von Goisern TRAD 2
2003 Polterabend
2002 Himmel, Polt und Hölle
2001 Blumen für Polt
Sommer und Bolten
2000 Polt muss weinen
1999 Zärtliche Sterne
Fast ein Gentleman
1998 Der Schandfleck
1997 München ruft
1996 Weißblaue Geschichten
1995 Die Fernsehsaga oder
Eine steirische Fernsehgeschichte
1994 Tschau Tscharlie
1993 Auf immer und ewig
1992 Die Hausmeisterin
Der Unschuldsengel
1991 Die Hausmeisterin
1990 Sehnsüchte oder
Alles ist unheimlich leicht
1987 Die Angst, die Sehnsucht,
die Liebe und der Tod
1986 Pölslers Vienna – Jede Ähnlichkeit
mit Fellinis Roma wäre rein zufällig
1985 Bellaria

Ab 5. Oktober 2012 im Kino

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